Information - Visuelle Kompetenzen

Unter visuellen Kompetenzen versteht man die Aufnahme von optischen Sinnesempfindungen und ihre kognitive Verarbeitung.
- Visuomotorische Koordination
Die visuomotorische Koordination bedeutet die Kopplung vorwiegend visuell aufgenommener Informationen (Input) mit der Handmotorik (Output). Das Sehen wird mit der Körperbewegung in Einklang gebracht.
- Raum-Lage-Wahrnehmung
Die Raumlage eines Objektes oder des eigenen Körpers im Raum wird erkannt. Hintergrund für eine Raumlagelabilität können visuelle und taktil-kinästhetische Wahrnehmungsschwächen sein. Beim Unterscheiden von bestimmten Buchstaben (b - d - p - q) und bei der richtigen Reihenfolge von Buchstaben und Zahlen spielt die Raum-Lage-Wahrnehmung eine große Rolle.
- Visuelle räumliche Beziehungen
Unter visuellen räumlichen Beziehungen versteht man die Raum-Lage-Beziehung von Objekten zueinander. Sie ist eine Weiterentwicklung der Raum-Lage-Wahrnehmung.
- Figur-Grund-Wahrnehmung
Das menschliche Gehirn ist in der Lage, aus der Gesamtheit der einströmenden Reize eine begrenzte Anzahl auszuwählen und als wichtig einzustufen. Es bildet dann das Zentrum seiner Aufmerksamkeit. Diese Reize werden zum Vordergrund/zur Figur und bewusst und differenziert wahrgenommen. Die anderen als unwichtig erkannten Reize bilden einen ungenau erfassten Hintergrund. Ein Kind mit einer Figur-Grund-Wahrnehmungsschwäche kann sich schlecht zentrieren/fokussieren und ist darum leicht ablenkbar. Im Unterricht gibt es z.B. Probleme, von einer nicht sauber gewischten Tafel zu lesen.
- Visuelle Gliederung
Sie ist die Fähigkeit, ein komplexes Bild visuell in seine einzelnen Elemente zu gliedern und diese Teile zu erkennen:
- Dinge, die einander ähnlich sind, müssen erkannt werden,
- ein komplexes Ganzes muss in seine Einzelteile zergliedert werden,
- eine bestimmte Form muss innerhalb eines komplexen Ganzen herausgefiltert werden.
Beim Lesen werden sich wiederholende Buchstabenkombinationen/Silben in ihrer Gesamtheit als Bausteine wahrgenommen. Bei einer verbundenen Schrift müssen Anfang und Ende der Buchstaben erkannt werden.
- Visuelle Differenzierung
Ein komplexes Bild muss in seine Einzelteile zerlegt und Dinge, die einander ähnlich, aber nicht gleich sind, müssen als ungleich erkannt werden. Um Schrift interpretierbar zu machen, müssen zunächst sinnfreie Zeichen als gleich oder ungleich erkannt werden. Viele Buchstaben unterscheiden sich in ihrer Form nur minimal: E-F; B-R-P; O-Q; K-R; M-N; D-P; r-n-m.
- Form-Konstanz
Ein Gegenstand kann aus unterschiedlichen Blickwinkeln, Entfernungen, in unterschiedlichen Größen und Farben als der gleiche wahrgenommen werden.
- Visuelle Sequenzierung/Serialität
Reihenfolgen können wahrgenommen und behalten werden. Das ist Grundvoraussetzung für jegliche Art des Lernens, da unser Leben einem zeitlichen Ablauf unterliegt. Einzelerlebnisse finden in einer Reihenfolge statt. Wer diese Reihenfolge richtig wahrnehmen und behalten kann, ist in der Lage vorauszuplanen und Handlungen zu koordinieren.
- Visuelle Speicherung/Merkfähigkeit
Sie ist bei allen Lernprozessen von größter Wichtigkeit. Mit ihrer Hilfe können Inhalte gespeichert und wieder abgerufen werden.
Eine Beschreibung basaler Kompetenzen in tabellarischer Form findet man auf der Fachberaterseite - Software.